Wir bringen unseren Kindern fast alles bei, richtig? Vom Sitzen, Krabbeln und Laufen zum Zähneputzen, Schuhe schnüren, Hintern abputzen und Fahrrad fahren. Was tun wir für ihre Zukunft bzw. was geben wir ihnen für ihr weiteres Leben mit auf den Weg? Hat bei mir eine Weile gebraucht bis ich verstanden habe, dass “Alles für die Kinder tun“ auch heißt auf sich selbst Acht zu geben. Kennt ihr das, wenn man dem Kind mit einem Wasserbecher hinterherläuft und jeden Schluck feiert, weil wir ja alle wissen wie wichtig es ist viel Wasser zu trinken? Hattet ihr aber auch schon oft Tage wo ihr vor lauter Gewusel fast gar nichts getrunken habt?

Zukunft der Kinder heißt auch eigene Vorbildfunktion beleuchten

Steht das bei euch auch auf der Prioritätenliste oder gilt das nur für die Kinder? Ich nehme inzwischen meine Vorbildfunktion als Mutter viel genauer unter die Lupe. Was ich ihnen sage und erkläre hat definitiv nicht den gleichen Effekt als, wenn ich es ihnen vorlebe. Die wirklich wichtigen Dinge im Leben sind mit der Zeit immer mehr in den Vordergrund gerückt. Meine Zwillingspärchen verstehen mit ihren vier und fünf Jahren, dass Obst und Gemüse wichtig sind und Sport und ausreichende Bewegung zu einem “normalen” Alltag einfach dazu gehören.

Die Dinge auf die ich selbst achte, werden ihre Zukunft bestimmen

Warum? Ja, weil die Mama auf diese Dinge für sich selbst auch achtet. Wir reden viel über Essen und wir gammeln selten einen Tag rum ohne, dass wir wenigstens einen Spaziergang gemacht haben, Rad gefahren sind, auf dem Spielplatz waren oder im Garten auf Trampolin und Schaukeln gespielt haben. Bewegung und Ernährung stehen bei mir ganz oben auf der täglichen ‘To-Do-Liste’, denn das sind Dinge, die mitunter ausschlaggebend für die Gesundheit meiner Kinder sind.

Auch der Umgang mit Fast-Food und Schokolade ist hier mit einbegriffen. Zu wissen, wie viel ZU viel des Guten ist, muss auch gelernt werden und wie alles im gewissem Maße auch Teil davon ist. Das Leben in vollen Zügen zu genießen, ohne gesundheitliche Kompromisse einzugehen.

Prioritäten setzen als Ziel für die Zukunft

Ich möchte, dass meine Kinder sich immer eine Priorität in ihrem eigenen Leben machen. Gib Acht auf dich selbst und sei gut zu anderen. Der Umgang mit anderen Menschen ist für mich ein sehr wichtiger Teil der Erziehung. Ich rede mit meinen Kindern oft über verschiedenes Verhalten und wir reflektieren Situationen zusammen. Wie wir uns verhalten haben und wie andere sich verhalten haben. Dazu gehört auch, dass ich mich bei meinen Kindern entschuldige, wenn ich etwas falsch gemacht habe oder mal zu laut geworden bin.

Unser Zukunfts-Motto

“Sei hilfsbereit. Sei höflich. Sei freundlich. Und sieh zu, dass du immer das tust, was dich glücklich macht.”

Das sag ich so oft zu den Kindern. Und zwei Dinge, die Mama gar nicht mag, sind hier auch allen bekannt: Lügen und Müll liegen lassen.

Wir arbeiten viel daran, wenn die Kinder Fehler machen oder unartig waren, dass sie dennoch die Wahrheit sagen. Am besten klappt das, wenn wir wenig schimpfen und die Tür ganz weit offen lassen für Ehrlichkeit. Nö, klappt nicht immer. Vor allem, wenn etwas kaputt gemacht wurde und alle vier als Übeltäter in Frage kommen, sich aber niemand dazu bekennt.

Keine Angst vor Strafen

Ich denke einfach, dass je weniger Angst Kinder vor einer Strafe haben, desto eher sind sie bereit dazu etwas zuzugeben. Bedarf von uns natürlich viel tiefes Durchatmen und Ruhe. Aber hey, wir geben unser Bestes und wenn doch mal die Meckermutti auftaucht, ja dann versuche ich es halt besser beim nächsten Mal. Probleme erkennen und diese lösen, ist so ein weiterer Punkt, den ich damit versuche meinen Kindern auf den Weg zu geben.

Ritual zum Tagesabschluss

Jeden Abend als aller Letztes vor dem Schlafen gehen, frage ich jedes der Kinder einzeln was für sie das beste vom Tag war. Da kommen die witzigsten und interessantesten Antworten bei raus. Auf unserem Hof Fahrrad fahren, Eis essen, Fernsehen, mit Knete spielen etc. Nur mein TJ der sagt fast immer: “Am besten vom ganzen Tag ist jetzt Mama, mit dir kuscheln.” Könnt ihr euch ja vorstellen wie ich beim ersten Mal fast losgeheult habe und wie warm mir jeden Abend aufs Neue ums Herz wird. Probiert das mal, ist so wundervoll diesen letzten gemeinsamen, positiven Austausch mit den Kindern zu haben, bevor sie schlafen gehen.

Positiv denken lernen für die Zukunft

Aus jeder Lebenslage und Situation das Beste machen, positiv denken. Das habe ich aus meiner Kindheit von meinen eigenen Eltern definitiv mit auf den Weg bekommen. Wenn ein Becher Milch umkippt…. Oh man, bin ich da früher drüber an die Decke gegangen. Fast witzig oder, wie etwas Milch einen zur Weißglut treiben kann. Manchmal weiß man es ja schon vorher “hier ist deine Milch, aber pass auf, dass du sie nicht verschüttest” und zack, zu spät. Ich habe mir ganz bewusst antrainiert in solch einem Moment ganz kurz innezuhalten und mich bewusst für meine Reaktion zu entscheiden.

Eigene Reaktionen überdenken

Ausflippen, meckern, Milch wegwischen, weiter meckern und mich dann für das Ausflippen schlecht fühlen.
Tief durchatmen, ruhig bleiben, Milch wegwischen. “Das kann mal passieren, ist nicht so schlimm. Sei beim nächsten Mal bitte vorsichtig”. Und danach einmal richtig doll kuscheln, boah was meint ihr wie gut das tut, in dem Moment festzustellen, dass man die richtige Reaktion gewählt hat. Hey, ich bin kein Profi, das klappt nicht immer, aber immer öfter und mir geht es so viel besser mit Option 2.

Wir haben immer eine Wahl

Wir haben immer eine Wahl, wie wir auf Situationen reagieren und eins weiß ich ganz sicher, dass alles, was negativ ist, noch mehr Negatives bringt und alles wo wir Positives sehen, ist IMMER die bessere Entscheidung. Probiert’s doch mal bei der nächsten Milchpfütze.

Liebe Rebecca,  mal wieder ein super wichtiger und genauso ehrlicher Beitrag von dir. Du bist so herrlich authentisch, damit begeisterst du für deine Arbeit und bist anderen Müttern eine große Hilfe. Hab herzlichen Dank. 

Durch den Tag begleiten kann man Rebecca und Family auf @twinsandmoretwins 

Rebecca hat bei BARRIO ihre eigene monatliche Kolumne. Weiter geht es im nächsten Monat mit einem neuen spannenden Thema. 

Fotos: twinsandmoretwins

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