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Juni 1, 2020 9:00 am

Was tun bei Pflanzenvergiftungen?

Neben den im ersten Teil des Beitrags besprochenen Giftpflanzen, gibt es noch eine Anzahl von Pflanzen die massive körperliche Symptome hervorrufen, einige davon stellen wir Euch hier vor.

Aronstab

Bei dem Aronstab, der im Volksmund auch als Trommelschläger bekannt ist, geht die Gefahr vor allem von den Beeren aus, das sie süßlich schmecken. Schon der Hautkontakt kann zu starken Reizungen führen bis in zu Blasenbildung. Nach dem Verzehr treten Übelkeit, Erbrechen oder sogar Krampfanfälle auf.

Efeu

Nahezu in jedem Garten und sogar oft in Blumentöpfen in Haus und Wohnen ist das Efeu zu finden. Sein Pflanzenteile enthalten Triterpensaponine, die zu Magen-Darm-Entzündung und erhöhter Temperatur führen können.

Lampionblume

Die Lampionblume ist nicht nur äußerst ansprechend, sondern sie wird vor allem bei Kindern werden häufig mit derKapstachelbeere (Physalis peruviana) verwechselt.  Ihre grünen Pflanzenteile enthalten Bitterstoffe, die zur Reizungen des Magen-Darm-Traktes führen.

Lebensbaum

Der Lebensbaum oft als Thuja-Hecke gepflanz, enthält vor allem an den Zweigspitzen giftige ätherische Öle aus Monoterpenen, die Beschwerden im Magen-Darm-Trakts mit Übelkeit, Brechreiz und Durchfall verursachen. Es kann auch zu Leber- und Nierenschäden oder Krampfanfälle kommen. 

Liguster

In Gärten häufig als Hecke anzutreffen, ist in allen Pflanzenteilen leicht giftig. Beim Verzehr von großen Mengen an Beeren können Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Krampfanfälle und Kreislaufstörungen auftreten. 

Oleander

Sehr beliebt ist auch der Oleander, gerne als Kübelpflanze Das darin enthaltene Oleandrin, verursacht Übelkeit, erhöhten Speichelfluss auch Herzbeschwerden. Unbedingt vor Kindern und Haustieren fernhalten.

Rhododendron 

Fast in jedem Garten findet man den Rhododendron. Blüten, Blätter, Früchte und Nektar enthalten Diterpene, die schon bei geringem Verzehr Symptome wie Übelkeit, Brechreiz und andere Symptome auslösen können.

Schneebeere

Die bei Kindern sehr beliebte Schneebeere, oder Knallerbsenstrauch genannte Pflanze, ist in ihren gering giftig und kann zu Brechdurchfall führen, wenn die Beeren gegessen werden. 

Vogelbeerbaum (Eberesche)

Die Früchte der Eberesche sind ebenfalls schwach giftig und können, zu leichten Symptomen wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen führen.

Man sollte hochgiftige Pflanzen aus dem Garten entfernen, wenn man kleine Kinder hat. Ist dies nicht möglich, sollten die Bereiche mit den Giftpflanzen gesichert werden.  Auf jeden Fall auch vor dem Kauf von neuen Pflanzen informieren, ob diese giftig sind.  Sobald die Kinder alt genug sind, sollte man mit ihnen die Gefahr von Giftpflanzen thematisieren.

Wie kann man eine Vergiftung erkennen?

Leider sind die  Symptome nicht immer eindeutig, was das erkennen von Vergiftungen massiv erschwert.  Häufig auftretenden frühe Anzeichen, sind Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Hautrötungen an den Händen und Mund können ebenfalls ein Hinweis sein. Pflanzengifte wirken oft auf das Nervensystem, so kann es zu Halluzinationen, Fieber, Schwindel und Verwirrungszuständen kommen. Schwere Vergiftungen zeigen Atmungsprobleme, Schmerzen bis Krämpfe im Bauchraum, Schmerzen im Mund, Bewusstlosigkeit, Lähmungen und können bis zum Atemstillstand zur führen.

Was ist zu tun? 

Die restliche Pflanzenteile sofort entfernen, aber nicht wegwerfen, sodass man sie mit zum Arzt oder ins Krankenhaus nehmen kann. Die Kinder sollten bei vermuteter Vergiftung auf keinen Fall Milch zu trinken bekommen, da sie die Vergiftung beschleunigt, weil durch die Fette die Giftstoffe vom Körper schneller aufgenommen werden. Oft hört man leider, dass die Milch die Giftstoffe bindet, was total falsch ist.  Fragt bei Absetzen des Notrufs, ob die Kinder Wasser trinken dürfen. Wenn Ihr Aktivkohle zu Hause habt, können die Kinder eine zerdrückte Tablette davon einnehmen. Die Kohle bindet Giftstoffe und sorgt dafür, dass ei leichter ausgeschieden werden. Ist immer empfehlenswert Aktivkohle im Haus zu haben. 

Giftnotrufzentralen

Liste der Giftnotrufzentralen und Giftinformationszentren in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Berlin: Giftnotruf Berlin 

Giftnotruf der Charité Universitätsmedizin Berlin
Campus Benjamin Franklin, Haus VIII (Wirtschaftsgebäude), UG

Notruf: 030 192 40
Telefax: 030 450 569 901 (Keine Notfall-Anfragen!)
E-Mail:
giftnotruf@charite.de
Internetadresse:
Giftnotruf Berlin

Hindenburgdamm 30, 12203 Berlin

Bonn: Informationszentrale gegen Vergiftungen 

Informationszentrale gegen Vergiftungen
Zentrum für Kinderheilkunde, Universitätsklinikum Bonn

Notruf: 0228 192 40
Telefax: 0228 287 332 78 oder 0228 287 333 14
E-Mail:
gizbn@ukbonn.de
Internetadresse:
Informationszentrale gegen Vergiftungen

Adenauerallee 119, 53113 Bonn

Erfurt: Giftinformationszentrum 

Giftnotruf Erfurt
Gemeinsames Giftinformationszentrum der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
c/o HELIOS Klinikum Erfurt

Notruf: 0361 730 730
Telefax: 0361 730 7317
E-Mail:
ggiz@ggiz-erfurt.de
Internetadresse:
Giftinformationszentrum

Nordhäuser Straße 74, 99089 Erfurt

Freiburg: Vergiftungs-Informations-Zentrale 

Vergiftungs-Informations-Zentrale
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
Universitätsklinikum Freiburg

Notruf: 0761 192 40
Telefax: 0761 270 445 70
E-Mail:
Giftinfo@uniklinik-freiburg.de
Internetadresse:
Vergiftungs-Informations-Zentrale 

Mathildenstr. 1, 79106 Freiburg

Göttingen: Giftinformationszentrum-Nord 

Giftinformationszentrum-Nord der Länder Bremen,
Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein (GIZ-Nord)
Universitätsmedizin Göttingen – Georg-August-Universität

Notruf: 0551 192 40 (Jedermann) und 383 180 (Fachleute)
Telefax: 0551 383 1881
E-Mail:
Giznord@giz-nord.de
Internetadresse:
Giftinformationszentrum-Nord 

Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen

Homburg/Saar: Informations- und Beratungszentrum 

Informations- und Beratungszentrum für Vergiftungsfälle
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Universitätsklinikum des Saarlandes, Geb. 9

Notruf: 06841 192 40
Telefax: 06841 162 8438
E-Mail:
giftberatung@uniklinikum-saarland.de
Internetadresse:
Informations- und Beratungszentrum

Kirrberger Straße, 66421 Homburg/Saar

Mainz: Giftinformationszentrum Rheinland-Pfalz/Hessen 

Giftinformationszentrum der Länder Rheinland-Pfalz und Hessen
– Klinische Toxikologie –
Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Notruf: 06131 192 40
Infoline: 06131 232 466
Telefax: 06131 232 468 (nicht für Notfälle!)
E-Mail:
mail@giftinfo.uni-mainz.de (nicht für Notfälle!)
Internetadresse:
Giftinformationszentrum Rheinland-Pfalz/Hessen

Gebäude 601, Langenbeckstraße 1, 55131 Mainz

München: Giftnotruf 

Giftnotruf München
Abteilung für Klinische Toxikologische und Giftnotruf München,
Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München

Notruf: 089 192 40
Telefax: 089 414 047 89
E-Mail:
tox@mri.tum.de
Internetauftritt:
Giftnotruf

Ismaninger Straße 22, 81675 München

Österreich, Wien: Vergiftungsinformationszentrale 

Gesundheit Österreich GmbH
AKH Leitstelle 6 Q

Notruf: +43 140 643 43
Sekretariat: +43 140 668 98 (Allgemeine Beratung)
Telefax: +43 140 668 9821
E-Mail:
Viz@goeg.at
Internetauftritt:
Vergiftungsinformationszentrale

Stubenring  6, A-1010 Wien

Schweiz, Zürich: Schweizerisches Toxikologisches Informationszentrum (STIZ) 

Tox Info Suisse

Notruf: +41 442 515 151
Sekretariat: +41 442 516 666 (allgemeine Anfragen)
Telefax: +41 442 528 833
E-Mail:
Info@toxi.ch
Internetauftritt:
Schweizerisches Toxikologisches Informationszentrum (STIZ)

Freiestrasse 16, CH-8032 Zürich

Weitere Informationen

Fotos: Von I. Rottlaender, Von M88, Von Harry Huber, Von Juli G, Von M. Schuppich, Von Anakumka, Von Edda Dupree, Von POSNERshutterstock.com

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