Der Umgang mit Muttermilch oder wenn das Füttern mit Muttermilch mal ohne Mami gehen muss

Liebe Mamas und Papas,

Muttermilch ist das Beste und Gesündeste was ihr eurem Baby geben könnt. Sie ist immer angepasst an die Ernährungsbedürfnisse eures Kindes, enthält die wichtigsten Nährstoffe und Antikörper zur Unterstützung des Immunsystems. Sie lässt euer Baby wachsen, gedeihen und ist immer in der richtigen Temperatur verfügbar. Darüber hinaus entsteht durch den Körperkontakt und die Nähe bei den Stillmahlzeiten eine tiefe, innige Bindung die das Urvertrauen eures Babys stärkt. In den ersten 12 Monaten ist es wunderschön, wenn Mutter und Kind diese innigen Momente der Zweisamkeit beim Stillen ganz ungestört gemeinsam erleben können.  

Babyernährung ohne Mami

Irgendwann wird es aber den Moment geben, da du als Mami zum Stillen nicht anwesend sein kannst. Das ist ganz normal, sei es, dass du dich mal wieder mit Freund*innen treffen magst, einen wichtigen Termin hast, auch mal krank bist oder in deinen Beruf zurückkehren möchtest. In den meisten Fällen ist es der Papi, der das Füttern in der Abwesenheit der Mami übernimmt. Für jeden Papi ist das erstmal enorm spannend. Schaut zur Vorbereitung des Fütterns einige Male beim Stillen zu. Lernt wie euer Baby am liebsten gehalten wird, wie wichtig das Aufstoßen nach der Mahlzeit ist und erlebt wie tief sich euer Baby bei der Stillmahlzeit in den Augen seiner Mami verliert. 

Auch Papis können das Füttern übernehmen

Auch als Papi kannst Du diese Innigkeit deinem Baby geben und kannst deiner Partnerin Momente der Unabhängigkeit schenken. Nehmt euch Zeit, um diese Veränderung vorzubereiten. Am besten gelingt das, wenn kein wichtiger Termin ansteht, wenn euer Baby das erste Mal die Flasche mit Muttermilch vom Papi bekommt. Seid ihr alle drei ganz in Ruhe, wird das ganz wunderbar gelingen und euer Baby wird die Flasche gut annehmen können.

Das solltet ihr bedenken:

Euer Baby:

  • Bereitet euer Baby darauf vor, in der Abwesenheit der Mami die Muttermilch von einer betreuenden Person aus der Flasche zu erhalten.
  • Erkundet mit welchem Sauger euer Baby die Muttermilch aus der Flasche annehmen möchte. Am besten wählt ihr einen Sauger aus, der der Form der Brustwarze angepasst ist.
  • Die Person, die die Flasche geben wird, sollte euerm Baby und euer Baby mit der Person vertraut sein.

Muttermilchvorrat

  • Leg einen Muttermilchvorrat an, der für die Zeit deiner Abwesenheit ausreichend ist.
  • Dazu kannst du dein Baby in den Tagen vor deiner Abwesenheit vor und nach einer Stillmahlzeit wiegen, um einen Überblick zu erhalten wieviel Muttermilch dein Baby aktuell benötigt, um satt und zufrieden zu sein.
  • Wichtig zu wissen: in den ersten sechs Wochen nach der Geburt solltest du noch keinen Muttermilchvorrat anlegen, da sich die Muttermilch noch sehr schnell und stark an die Bedürfnisse des Babys adaptiert.

Abpumpen

  • Um den besten Weg für deine individuellen Wünsche und Bedürfnisse beim Abpumpen zu finden, kannst du dich bei einer Laktationsberatung beraten lassen.
  • Entscheide dich für eine Milchpumpe, die dir als Mami angenehm ist. Es gibt elektrische Doppelpumpen, elektrische Einzelpumpen oder auch Handpumpen auf dem Markt.
  • Im Falle einer Erkrankung kann dir dein*e Gynäkolog*in ein Rezept ausstellen, um eine elektrische Milchpumpe in der Apotheke auszuleihen.

Aufbewahrung der Muttermilch

  • Muttermilch muss hygienisch, aber nicht steril versorgt und aufbewahrt werden.
  • Vor dem Abpumpen reicht es deine Hände gründlich zu waschen.
  • Deine Brust und Brustwarzen musst du nicht extra waschen.
  • Um die Muttermilch aufzubewahren, solltest du Behälter aus Glas oder Kunststoff ohne Polycarbonat (PC) nutzen z.B. Muttermilchbeutel oder wieder verwendbare Glasflaschen.
  • Die Behältnisse zur Aufbewahrung müssen nicht steril sein. Ein normales reinigen mit Wasser und Seife, auch in der Spülmaschine reicht aus.
  • Bitte achte darauf, dass Spülmittelreste sicher abgespült sind!
  • Wenn du Muttermilch einfrieren möchtest, dann fülle das Behältnis nicht zu voll, denn durch das Einfrieren nimmt das Volumen zu.
  • Durch das Einfrieren ändert sich der Geruch und die Farbe der Muttermilch.
  • Achte darauf, dass du das Datum der Abfüllung auf dem Behältnis dokumentierst, um die richtige Aufbewahrungszeit einzuhalten.

Folgende Aufbewahrungszeiten für Muttermilch sind empfohlen:

AufbewahrungsortTemperaturAufbewahrungszeit
Zimmertemperaturbis 21 Grad6-8 h
Kühlschrank+ 4 Grad3 Tage
Tiefkühltruhe-17 Grad6 Monate
  • Muttermilch, die innerhalb von 24 Stunden gesammelt wird, kann bei 4 bis 6° C aufbewahrt und dann eingefroren werden. 
  • Aufgetaute Muttermilch kann im ungeöffneten Behältnis 24 Stunden und im geöffneten Behältnis 12 Stunden im Kühlschrank aufbewahrt werden.
  • Tieffrieren ist eine ideale Konservierungsart für Muttermilch, wenn das Einfrieren schnell und das Auftauen schonend geschieht. Einmal aufgetaute Muttermilch darf nicht wieder eingefroren werden.

Hier findest du weitere wertvolle Informationen zum Umgang mit dem Abpumpen und zur Aufbewahrung von Muttermilch:  Berufsverband deutscher Lactationsberaterinnen zur Aufbewahrung von Muttermilch und Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Lasst euch und euerm Baby Zeit, denn das ist ein großer Wandel. Aber mit Geduld und liebevoller Zugewandtheit werdet ihr einen guten Weg für euch finden.

Eure Stefanie

Fotos: Photo by Lucy Wolski on Unsplash

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