Jede Mama kennt sie, aber nur die Wenigsten reden darüber, die Tage, an denen wir am Limit laufen. Rebecca von twinsandmoretwins geht dem Thema nach.

“Wie geht’s?” “Gut” ist natürlich die Standardantwort zu so einer ausgelutschten Frage, die wir jedem hier und da mal stellen, ob im Vorbeigehen oder zu Beginn eines Gesprächs am Telefon. Die Frage lädt regelrecht zu einer Standardantwort ein: ‘gut’. Vor allem für eine Mama, denn sind wir mal ehrlich, ist denn überhaupt Zeit für irgendwas außer ‘gut’? Die Wahrscheinlichkeit, dass ein ‘gut’ vor allem in den ersten Jahren als Mama eher ein “naja” oder “so richtig beschissen” ist, denke ich jedenfalls, ist doch sehr hoch. Die Frage schon allein “Wie geht’s?” fühlt sich nicht unbedingt danach an, als würde sich da so wirklich jemand für interessieren, was in einem vorgeht, was einen eventuell gerade belastet oder wo man vielleicht tatsächlich gerne mal mit jemandem drüber reden möchte.

Mamas müssen sich nicht immer gut fühlen

Klar, wir wollen ja nicht jedem unsere Sorgen und Probleme aufbinden, aber wäre doch mal nett hin und wieder das Gefühl zu bekommen, dass es ok ist sich als Mama nicht ausschließlich gut zu fühlen. Und dann kommt da 2020 – hey, ein Jahr was nie in Vergessenheit geraten wird. Viel Angst, viel Leid, viel Trauer und so viel Ungewissheit.  Und bei alledem noch viel wichtiger denn je Ausgleich zu schaffen, zu reden, Struktur zu finden und Kontakte zu pflegen.

Gefühle und Emotionen mitteilen

Kontakte pflegen? Was ist das überhaupt für ein seltsamer Ausdruck dafür. Wo sind denn da die Emotionen? Was ich meine, ist den Menschen, die uns am nächsten stehen nicht nur flüchtig zu fragen “wie geht’s”?  Gedanken und Gefühle die wir über andere haben, auszusprechen und ihnen mitzuteilen, was sie uns bedeuten, darum geht’s. Als 4-fach und zugleich Doppel-Mehrlings-Mama denke ich in letzter Zeit sehr oft daran, wie sich wohl die ein oder andere Mutter fühlen muss. Mit Kind/ern zu Hause, viele davon auch noch allein. Wenig und keine Unterstützung mehr von den Großeltern um diese zu schützen. Viele 24/7 mit Kind/ern zu Hause. 

Man darf die Krise kriegen oder am Limit laufen

Wem würde da nicht gelegentlich mal die Decke auf den Kopf fallen? Und mit ‘gelegentlich’ meine ich täglich….mehrfach. Hat übrigens gar nichts damit zu tun wie sehr wir unsere Kinder lieben. Aber wir sind halt auch noch da und mit nahezu null Zeit für uns selbst im Mama Alltag, also ich für meinen Teil kriege da tatsächlich des öfteren die Krise. Der Geräuschpegel allein treibt mich manchmal regelrecht in den Wahnsinn. Und da geht es oft sogar um positiven Lärm, das Lachen, Rumalbern und Toben von vier Kindern ohne Pause von 7 Uhr morgens und dann für ganze 12 Stunden.

MAMA am Limit

Durchgehend gefühlte 250.748 x “Mama” hier “Mama” da, “Mama guck mal”, “Mama ich muss mal”, “Mama ich hab Durst”, “Maamaaaaaa!”. Und am allerbesten noch “Mama wo bist du? Oh, auf dem Klo?” und dann sitzen meine vier Zuschauer mit dabei und selbst meine ganz persönlichen Geschäfte sind plötzlich eine vage Erinnerung einer Privatsphäre von vor knapp 5 Jahren. Es ist ok am Mama Limit zu sein, wenn man einfach nicht mehr kann und es vielleicht gerade kein Licht am Ende des Tunnels gibt.

Nickt doch mal eben zustimmend, wenn ihr das Gefühl kennt. Wundert mich nicht, dass es die meisten von euch kennen. Ich verstecke mich ganz bewusst hin und wieder mal hinterm Esstisch auf dem Fußboden, wenn mich jemand sucht, sitze nach dem Einkaufen noch ein paar Minuten alleine im Auto und genieße die Stille, manchmal schließe ich die Augen und atme tief durch um anstelle von losbrüllen, den zwanzigstens Streit, um ein Spielzeug in Ruhe zu schlichten.

Ja, ich brauche auch meine Momente.

MEINE Momente. Wo es mal für einen Augenblick im ganz normalen Trubel um mich geht. Ja, es ist ok. Es ist ok, nicht ok zu sein, aber noch viel ok-er ist es darüber zu reden. Das nächste Mal, wenn dir eine Mama auf die Frage “Wie geht’s?” nur ein “gut” antwortet, frag vielleicht mal nach, ob es ihr tatsächlich gut geht. Oder wie wäre es denn mit ein paar alternativen Fragen, die dazu einladen auch mal ehrlich zu antworten, wie zum Beispiel:

  • “Hey, wann hast du das letzte Mal Zeit für dich gehabt?”
  • “Ich würde gerne helfen. Wie kann ich dich unterstützen?” 
  • “Was fehlt dir momentan? Was brauchst du?”
  • “Wenn du eine Stunde nur für dich hättest, was würdest du tun?”

Es gibt etwa 2 Billionen Mamas auf der Welt, glaubt mir die meisten kennen es, wie es ist auch mal nicht ok zu sein. Du bist nicht allein. 

Und jetzt meine Frage an dich:

“Auf einer Skala von 1-10 (von schlecht zu super) wie geht es dir wirklich und warum?”

Lass gern mal deine Antwort da ⬇️

Liebe Rebecca, mal wieder ein super wichtiger und genauso ehrlicher Beitrag von dir. Wir danken dir für all die tollen und authentischen Beiträge, die unseren Mamas aus dem Herzen sprechen. Dir und deiner Familie wünschen wir wunderschöne, magische Weihnachten voller Zaubermomente. Bleibt alle gesund. 

Durch den Tag begleiten kann man Rebecca und Family auf @twinsandmoretwins 

Rebecca hat bei BARRIO ihre eigene monatliche Kolumne. Weiter geht es im nächsten Monat mit einem neuen spannenden Thema. 

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