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Mai 14, 2020 9:00 am

Unerfüllter Kinderwunsch durch hormonell wirksame Schadstoffe?

Umweltgifte haben Auswirkungen! Hormonell wirksame Schadstoffe

Liebe Mamas, liebe Papas,

für unsere Gesundheit und die unserer Kinder ist es wichtig, dass wir uns mit den Umweltgiften beschäftigen. Für uns unbemerkt sind sie Bestandteile unserer Atemluft, des Grundwassers, des Bodenbelages in unserer Wohnung, in Klebstoffen unserer Möbel, unseren Matratzen, in unseren Körperpflegeartikeln, in Babycremes, in unseren Nahrungsmitteln und so vielem mehr. Es gibt sehr viele und fast fürchtet man sich einkaufen zu gehen, da man ja nie weiß welche Inhaltsstoffe bedrohlich sind.

Ich möchte mich in diesem Artikel auf die Endokrinen Disruptoren, den hormonell wirksamen Umweltgiften konzentrieren. Sie und ihre Auswirkungen begegnen mir immer wieder in Recherchen zu möglichen Krankheitsursachen oder bei Patienten mit unklaren Erkrankungen. Vor allem aber bei Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch, Störungen der Monatsblutungen oder verfrühter Pubertät bei Jugendlichen und immer häufiger, der Endometriose.

Was sind Endokrine Disruptoren?

ED´s sind synthetisch hergestellte Stoffe bzw. Chemikalien in unserer Umwelt, die ähnlich wirken wie unsere körpereigenen Hormone. Sie imitieren oder blockieren die natürlichen Hormone und greifen damit in das Hormonsystem ein, das an der Steuerung nahezu aller Körperfunktionen beteiligt ist. Durch endokrine Disruptoren können hormonelle Prozesse unterbrochen, verändert oder zu einem falschen Zeitpunkt in Gang gesetzt werden. 

Das Hormonsystem:

Damit unser Organismus mit allen unseren Organen voll funktionsfähig ist, müssen alle Organe und Organsysteme wie in einem Zahnradsystem zusammenarbeiten und miteinander in Einklang sein. Zur Abstimmung dieser Tätigkeiten verfügt der menschliche Körper über zwei Steuerungssysteme: das Nervensystem und das Hormonsystem. 

Hormone, chemische Botenstoffe

Im Hormonsystem wirken chemische Botenstoffe, die Hormone. Sie regeln nahezu alle Körperfunktionen wie Stoffwechsel, Wachstum und Entwicklung, Fortpflanzung, Schlaf und Stimmungen. Ihre spezielle chemische Zusammensetzung sichert das „Übersetzen“ von Signalen an einem bestimmten Organ, welches auf dieses Signal hin seine Funktion erfüllt. Fehlt das Signal, erfüllt das Organ seine Funktion nicht. Kommen zu viele, zu wenige oder verwirrende Signale an, dann ist auch die Funktion des Organs gestört.

Beispiel Östrogen

Zum Beispiel wirkt das weiblich Hormon Östrogen auf die Gebärmutterschleimhaut so ein, dass sie sich so stark aufbaut, dass sich eine befruchtete Eizelle einnisten kann. Kommt es durch einen falschen Impuls im Hormonsystem zu einer falschen Information, kann es leicht zu einer ungewollten Kinderlosigkeit kommen.

Auswirkungen von endokrinen Disruptoren auf den Menschen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) warnen vor der Zunahme von zahlreichen Krankheiten und Störungen in Verbindung mit endokrinen Disruptoren.

Dazu gehören unter anderem:

  • hormonbedingte Krebsarten wie Brust- oder Hodenkrebs
  • Missbildungen der Geschlechtsorgane sowie eine geringere Anzahl und Qualität von Spermien bei Jungen und Männern
  • verfrühte Pubertät bei Mädchen und Jungen
  • Fruchtbarkeitsstörungen bis zur ungewollten Kinderlosigkeit
  • Diabetes
  • Fettleibigkeit
  • Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern
  • Vermännlichung oder Verweiblichung des jeweils anderen Geschlechts

Besonders gefährlich sind die endokrinen Disruptoren für Schwangere, Ungeborene, Kleinkinder und Jugendliche in der Pubertät.

Immer dann, wenn sensible körperliche Entwicklung stattfindet, sind Störungen im Hormonsystem von größter Bedeutung. Viele Erkrankungen, die in dieser sensiblen Zeit ihren Ausgangspunkt nehmen sind schwer zu behandeln, da die Ursache meist unklar bleibt. Ihre Ursache bleibt unklar und sind entsprechend schwierig zu behandeln. 

Besonders in der Zeit der Schwangerschaft kann eine hormonelle Dysbalance bei der Mutter oder der Aufnahme von endokrinen Disruptoren über die Plazenta zu Fehlbildungen der hormonellen Keimdrüsen beim Ungeborenen führen. 

Den 2. Teil und was diese Schadstoffe mit ungewollter Kinderlosigkeit zu tun haben, lest Ihr am Sonntag, den 17. Mai in unserem Magazin.

Beitragsfoto: Von elenabslshutterstock.com

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