Einzigartig absurde Fragen meines Kindes und wie ich darauf antworte

Kinder neigen zu absurden Fragen. „Wie riecht ein Einhornpups?“ rangiert da auf der Liste der Top 10 seltsam wirrer Kinderfragen noch ganz entspannt im unteren Bereich der Charts. (Auf diese Frage habe ich übrigens bis heute noch keine Antwort gefunden, ich befürchte aber, das Odeur geht in Richtung Marshmallow und Frosting, gemixt mit Regenbogenkuchen).

Kinder geben aber auch gerne absurde Antworten, insbesondere auf ebenso seltsame Fragen. Meine Tochter gab zum Beispiel auf den altbekannten Satz: „Was willst du denn mal werden, wenn du groß bist?“ zu Protokoll: „Wenn ich mal ausgestorben bin, möchte ich ein großes Schaf werden, dass sprechen kann. Ich möchte glitzern und bunt sein.“ Tja. Der Fall wäre geklärt. 

Fragen öffnen die Welt

Jetzt könnte ich es mir leicht machen und einfach schreiben: „So sind Kinder eben, oder? Nichts als Einhörner im Kopf.“ Tatsächlich stimmt das nicht unbedingt. Ich habe mit meiner Tochter unter anderem schon über Karma, das Leben nach dem Tod, Buddhismus, das Aussterben der Dinosaurier (und in ergänzender Weise gleich die Entstehung von Erdöl), Kinderarbeit sowie die Bildung von Planeten diskutiert. Ich bin dabei so aufrichtig wie möglich und versuche, ihr ihre Fragen ebenso verständlich wie korrekt zu beantworten. Dabei habe ich bemerkt, dass ihr Interesse umso stärker zunimmt, je besser ich ihr das Thema auseinandersetzen kann. 

Wie bei Kinderbüchern oder -filmen gibt es aber gerade in Deutschland die weit verbreitete Haltung, dass „erwachsene“ Themen wie oben genannte streng getrennt von „kindlichen“ Themen behandelt werden sollten. Kinder haben bestimmte Dinge nicht zu wissen oder zu denken, ganz nach dem Satz: „Da bis du noch zu klein für.“ Im Umkehrschluss führt dass dazu, dass sich Große verschämt die „Erwachsenen“-Version der Harry Potter-Bände kaufen und rot anlaufen, wenn sie jemand auf ihre Comic-Sammlung anspricht. Neugierde, Verspieltheit und absurde Gedanken sind aber keine rein kindliche Sache. Kinder haben nur noch nicht verlernt, um die Ecke zu denken. Sie schämen sich nicht dafür, möglicherweise merkwürdige Ideen zu haben. Dabei ziehen ungewöhnliche Fragen oft auch ungewöhnliche Lösungen nach sich.

Kinder kennen keine absurden Fragen

Für Kinder gibt es keine absurden Fragen. Ihr unverbrauchter Blick auf die Welt erschließt uns im Idealfall Bereiche, für die wir Erwachsenen uns schon lange aufgehört haben zu interessieren. Oder ihre Fragen wecken ungeahnte Motivation in uns: Nachdem meine Tochter eine Doku über illegale Fischerei geschaut hatte – sie ist ein großer Meeres-Fan – sagte sie, seltsam abgeklärt: „Warum hören die denn nicht einfach auf zu fischen, wenn es den Meeren so schlecht geht?“, und dann, verbunden mit einem Blick zu mir: „Aber Papa, du schützt die Meere dann, ja?“

Wir Erwachsenen neigen dazu, die einfachen Lösungen auf große Fragen leicht aus dem Blick zu verlieren. Kinder haben diese Filter, diese ausgetretenen Pfade im Gehirn nicht. Wenn wir Glück haben, regen ihre Fragen unser eigenes Denken an. So kommt es, dass mein Kind mich jeden Tag neu dazu anspornt, meine eigenen Vorurteile und Glaubenssätze zu hinterfragen.

Der aktuelle Berufswunsch meiner Tochter lautet übrigens: Meeresbiologin. 

Olaf Bernstein

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Beitragsfoto: von Olaf Bernstein

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