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November 7, 2019 9:00 am

Wieviele Reize sind für Kinder gut und ab wann wird es zu viel?

Die Welt ist voller (An-)Reize, die durch die verschiedenen Sinne wahrgenommen werden. Diese Reize bewirken die kindliche Entwicklung. Doch wenn es zu einer Überflutung durch Reize kommt, passiert das Gegenteil: Kinder finden keine Ruhe, Dinge zu verarbeiten und zu verstehen.

Kinder erleben die Welt zum ersten Mal

Was Erwachsene nicht mehr sehen, hören und anders erfahren (wollen), das bemerken aber Kinder. Vor allem, wenn sie es das erste Mal erleben. Es interessiert und begeistert sie. Und das kann man ihnen ansehen. Sie freuen sich über jede Kleinigkeit. 

Kinder werden geboren und kennen all diese Dinge nicht: Sie hören das erste Mal die Kirchturmglocken, riechen frisches Gras, schmecken eine Erdbeere, fühlen das Fell eines Hundes, sehen einen großen Laster auf der Straße, sind das erste Mal bei einem Fußballspiel im Stadion. Alle, die etwas zum ersten Mal erfahren, brauchen eine längere Zeit, sich damit auseinanderzusetzen, um es zu verarbeiten. Der Nachtschlaf wird damit zum wichtigsten Bestandteil. Hierüber verarbeiten wir Erlebtes.

Je jünger das Kind, desto weniger Reize

Je jünger die Kinder sind, desto mehr Sicherheit und Nähe brauchen sie. Und desto weniger Reize brauchen sie. Besonders brauchen sie auch ihre Bezugspersonen. Für ein Baby in den ersten Monaten ist es völlig genug, wenn es in einem Kinderwagen liegt und dabei geschoben wird. Als große Sicherheit, es hat schließlich keinen Körperkontakt mehr, braucht es die Sicht auf seine Bezugsperson. Dann kann es auch entspannen und sich auf das Abenteuer „Kinderwagen fahren“ einlassen. Es braucht nicht den Himmel dabei sehen, der an ihm vorbeizieht und auch nicht noch drei bis fünf kleine Stofftiere, Schnullerketten und Glöckchen. Es schaut, riecht, hört und spürt – das ist genug.

Kinder brauchen Neues und Bekanntes gleichermaßen

Kinder brauchen Reize, um sich (weiter) zu entwickeln. Wenn sie nichts Neues kennenlernen und sich damit auseinandersetzen, lernen sie sich, ihre Vorlieben und Fähigkeiten auch nicht kennen. Sie bekommen keinen „Anreiz“, sich auszuprobieren. Und um Dinge genauer zu erfahren und sich daran weiterzuentwickeln, brauchen sie Bekanntes und die Zeit für viele Wiederholungen. Je mehr Ruhe das Baby hat, desto mehr entdeckt es und probiert aus.

Reizüberflutung – Weniger ist mehr

Liegt das Baby in einem Berg voller verschiedener Spielzeuge, wird es sich schwer entscheiden können, mit welchem Spielzeug es spielen möchte. Das Baby ist dann viel zu vielen Reizen ausgesetzt, denn die Umgebung in der es liegt, ist bereits ohne Spielzeugschon voller Reize. Den Teppich fühlen, dem Regen am Fenster lauschen oder herausfinden, wie der Ärmel seinen Pullovers schmeckt. Und erst, wenn es offensichtlich Langeweile hat, braucht es einen weiteren Anreiz, zum Beispiel ein Spielzeug, mit dem es sich beschäftigen kann.

Doch weniger ist mehr: Weniger Spielzeug fördert das Ruhen und Weiterentwickeln des kindlichen Spiels. Das Kind lernt, sich auf eine Sache zu konzentrieren, Dinge immer weiter auszuprobieren und geduldig etwas zu üben, bis es das kann, was es möchte.

Kinder äußern deutlich, wenn sie genug haben von etwas. Sie werden müde, sehr albern, schimpfen über den langen Weg, haben Hunger, weinen oder klammern sich sehr an Mama und Papa.

Ruhezeiten schaffen

Dann können Eltern Ruhezeiten schaffen, in denen die Kinder und sie selbst zur Ruhe kommen, auftanken und Kraft sammeln für weitere Erlebnisse.

Vor allem ist es wichtig, den Kindern auch ein Vorbild zu sein. Kinder orientieren sich immer an den Eltern. Daher ist es auch als Erwachsener wichtig, sich nicht durchgängig mit Dingen zu beschäftigen, sondern auch einfach in Ruhe den Moment zu genießen und sich Zeit zu nehmen.

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Titelbild von by FrimuFilmsShutterstock.com

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