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Oktober 5, 2018 9:00 am

Wissen zum Oktoberfest #fragbarrio

Warum heißt das Oktoberfest „Wiesn“? Und wieso ist es immer im September? Wir liefern euch und euren Kindern knapp und zappzarapp die Knallerfakten zum Glänzen. #fragBARRIO

Wenn Auswärtige von der „Wiese“ sprechen und das Oktoberfest meinen, finden das die Münchner grausig. Das ist die Wiesn, basta! Wenn Kinder wissen wollen, was das mit Gras oder Blumen zu tun hat, ist das süß. Warum wird das Oktoberfest im September gefeiert? Und warum „verkleiden“ sich die Leute? Tschingderassabum – hier kommt alles Wichtige rund um die bunte Dirndl-Zuckerwatten-Schunkelei!

Das Oktoberfest ist ein riesengroßes Volksfest, das jedes Jahr in München stattfindet. Die Menschen aus München und der Umgebung nennen es schlicht Wiesn, weil es auf der Theresienwiese stattfindet, die aber keine Wiese mehr ist, sondern ein großer runder Platz mit einem Boden aus Asphalt – wie man es von den Straßen kennt. Gras ginge gar nicht, weil dort hohe, schwere Zelte mit Tischen und Bänken stehen, dazwischen auch noch jede Menge Karussells und ein Riesenrad, das man von weit weg erkennen kann. In den Zelten machen Menschen auf einer Bühne mit Klarinetten, Pauken und Trompeten Blasmusik, Bedienungen bringen Bier und Essen. Die Erwachsenen trinken das Bier in großen Krügen. So ein Krug heißt Maß. Den bitte mit kurzem „a“ sprechen, wie bei Fass – sonst schimpfen die Münchner!

Wichtig ist den Menschen, die die Zelte aufstellen und das Essen verkaufen, die Sechs-Millionen-Marke. Kommen mehr Besucher, freut sich die ganze Stadt, weil die Gäste immer viel Hunger mitbringen, Karussell fahren, Andenken kaufen – und dafür viel Geld in München lassen. Beim letzten Mal wurden 7,5 Millionen Maß Bier ausgeschenkt und 127 riesige Ochsen gegessen. Unglaublich, oder?

Die Besucher kommen aus der ganzen Welt, vor allem aus Amerika, Großbritannien, Österreich, Frankreich und der Schweiz. Manche reisen sogar von den Bermuda- oder Caicos-Inseln an. Absoluter Wahnsinn! Und kein Wunder, dass Hotelzimmer schon Monate vorher ausgebucht und sehr teuer sind.

Seit ein paar Jahren gibt es in einem Eck des Oktoberfests die „Oide Wiesn“ – so nennen die Münchner diese „Alte Wiesn“. Sie ist vor allem bei Familien sehr beliebt. Dort gibt es ganz alte Schaukeln und Karussells, auf denen schon unsere Großeltern ihren Spaß hatten.

Die meisten Besucher tragen Tracht – ein altes Wort, das früher einfach „tragen“ gemeint hat. Männer kommen in Lederhosen, Frauen in hübschen bunten Kleidern, die man Dirndl nennt. Sie sind besonders, weil sie eine Schürze vornedran haben. Darüber sind oft viele Knöpfe oder geschnürte Bänder zu sehen – ungefähr so wie Schnürsenkel in Schuhen.

Wenn ihr ein Dirndl tragt, müsst ihr etwas wissen: Bindet ihr die Schleife der Schürze unter dem Herzen, dann bedeutet das: Ich bin vergeben. Schleife in der Mitte: Jungfrau, also eine Frau, die noch nie wirklich einen Freund hatte. Schleife von sich aus gesehen rechts: Single. Schleife hinten: Witwe, also eine Frau, deren Mann leider schon gestorben ist. Das ist eine neue Symbolik und kein alter Brauch.

Übrigens hatte ein Unteroffizier im Jahr 1810 die Idee zum Oktoberfest. Er schlug vor, die Hochzeit von Ludwig von Bayern und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen (nach ihr ist die Theresienwiese benannt) mit einem großen Pferderennen zu feiern. König Max I. Joseph von Bayern war total begeistert. Und weil es so schön war, sollte das Oktoberfest nun jedes Jahr gefeiert werden.

In manchen Jahren wurde allerdings nicht gefeiert, zum Beispiel wegen der großen Kriege, Armut und Krankheiten wie Cholera, an der damals viele Menschen starben.

Das Oktoberfest dauert ein bisschen länger als zwei Wochen. In diesem Jahr ist es relativ spät: vom 22. September bis zum 7. Oktober.

Und warum nun der Name? Früher begann es erst im Oktober. Da es im September aber oft noch viel wärmer und sonniger ist, haben es die Menschen einfach nach vorne in den späten Sommer verlegt. Schlau, oder?

Veronika Beer und Stefanie Gentner findet ihr nicht in den lauten Bierzelten, sondern an den Abenden vor der Wiesn auf den Stufen zur großen Bavaria-Statue. Dort essen sie Pizza und freuen sich, wenn schon mal die Lichter der Buden und Zelte angehen. Die Bavaria ist einer ihrer Lieblingsplätze in München, über den sie in ihrem neuesten Buch „Glücksorte in München“ (Verlag Droste, erschienen im August 2018) berichten. Besucht sie doch auch mal auf ihrem Blog „Verrückt nach München“! Für #fragBARRIO liefern sie euch regelmäßig das BAM!-Wissen zu Feiertagen & Co.

 

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