Als Kind habe ich mit Gleichaltrigen oft „Vater, Mutter, Kind“ im Kindergarten gespielt. Ich kannte es nicht anders, denn ich bin, wie viele andere Kinder in meinem Umfeld mit Vater, Mutter und später einem Geschwisterkind aufgewachsen. In Büchern und Filmen ging es immer nur um dieses eine Familienmodell.

Dabei gibt es doch damals wie heute noch ganz andere Familienkonstellationen als die heteronormativen. Na klar, denken jetzt viele: Der Alleinerziehende Vater, die Alleinerziehende Mutter, aber denken wir auch weiter? Was ist mit den Kindern von homosexuellen Paaren, Kindern für die ihre Großeltern sorgen oder Kindern, die in Co-Parenting-Wohngemeinschaften groß werden?

All die anderen, nicht heteronormativen Familienmodelle finden in der Kinderbuchliteratur quasi nicht statt. Die Kinder in den Kitas spielen „Vater, Mutter, Kind“, weil sie Bücher lesen, die nur dieses eine Familienmodell widerspiegeln.

Ein Kinderbuch über die Vielfalt der Familienmodelle

Um Kinder schon in frühen Jahren auf unterschiedliche Familienbilder aufmerksam zu machen hat die Autorin und Journalistin Mirna Funk, die selbst alleinerziehend ist, das Kinderbuch „Wo ist Papa?“ geschrieben, in dem 12 verschiedene Familienmodelle porträtiert werden. Zusammen mit der Illustratorin Maayan Weisstub hat sie das Projekt erfolgreich über eine Kickstarter-Kampagne finanziert, die ihr aktuell noch 24 Stunden unterstützen könnt.

Wo ist Papa? Ein Kinderbuch über 12 verschiedene Familienmodelle

Das Kinderbuch handelt von der Löwin Lena und ihrer Tochter Ella, die sich auf Suche nach Ellas Vater begeben und dabei ganz unterschiedliche Familienmodelle treffen. Eine Wölfin zum Beispiel, die mithilfe einer Samenspende Zwillinge bekam; Giraffengroßeltern, die für ihre Enkel sorgen; schwule Gebirgsgazellen, die eine Schildkröte adoptiert haben; ein alleinerziehender Falkenvater; lesbische Hyänen, aber auch eine ganz klassische hetero-normative Katzenfamilie. 

Wo ist Papa? Ein Kinderbuch über 12 verschiedene Familienmodelle

Mit der Kickstarter-Kampagne wollen Mirna und Maayan die Website, das Lektorat des deutschen Textes, Übersetzungen ins Englische, Französische und Hebräische, das Setzen des Textes, das Erstellen eines Kalenders über die 12 Familienmodelle und natürlich die ersten 1000 gedruckten Bücher finanzieren.

Es ist so wichtig, dass sich endlich ALLE Kinder in den Büchern, die sich lesen auch wieder finden, ganz gleich in welcher Familienkonstellation sie leben. Denn nur dann fühlen sie sich auch gleichwertig anerkannt zwischen den klassischen Familienbildern.

BARRIO – Wer sind eigentlich die Eltern in meiner Nachbarschaft?

Auch „BARRIO – the parents‘ hood“ ist vielfältig. Wir möchten Mütter gleichermaßen wie Väter, Großeltern und andere Betreuungspersonen mit ihren Kinder vernetzen, ganz gleich in welchem Familienmodell sie leben. Schaut euch um in eurer Nachbarschaft. Wer sind die Familien in eurem Viertel, in eurem Kiez?

Wir gratulieren Mirna und Maayan für die erfolgreiche Umsetzung ihrer Kickstarter-Kampagne und freuen uns schon jetzt auf die Veröffentlichung des Buchs. Bis Donnerstag, den 18. Oktober 9:00 Uhr könnt ihr das Projekt noch unterstützen.

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