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Juni 30, 2020 9:00 am

Zurück in die KiTa, und nun?

Wir Familien waren nun sehr lange von den ganzen Maßnahmen rund um die Corona Pandemie betroffen. Mehrfachbelastungen aus Arbeiten, Kinderbetreuung, Home Schooling und so viel mehr war in der Zeit keine Seltenheit. Aber nicht nur die Betreuung war ein schwieriges Thema. Unsere Kinder vermissen ihre Freunde und den Austausch mit Gleichaltrigen.

Langsam gibt es auch Lockerungen für Familien, doch die sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Und auch wenn dies für viele Eltern erstmal eine Erleichterung bedeutet, blicken sie mit einem mulmigen Gefühl auf die ersten Tage zurück im KiTa-Alltag. In Bayern dürfen die KiTa-Kinder ab dem 1.7. wieder zurückkommen in Berlin schon seit dem 22. Juni. Wir haben dies zum Anlass genommen und mit Susann Schleif, Gründerin und Geschäftsführerin der Privatkindergärten und -krippen von Elly und Stoffl, über die KiTa-Öffnungen gesprochen.

Habt ihr Vorgaben erhalten, wie die KiTa-Öffnungen funktionieren soll? Welche Hygieneregeln habt ihr für eure KiTa bestimmt? Wie plant ihr mit der Abstandsregelung umzugehen?

Es gibt sowohl vom Staatsministerium als auch vom Referat für Sport und Bildung München Empfehlungen und Anordnungen, die wir selbstverständlich dementsprechend auch umsetzen, vor allen Dingen in Bezug auf die zur Notbetreuung berechtigten Kinder/Eltern. Die zuständigen Behörden wissen allerdings um die unterschiedlichen Rahmenbedingungen der einzelnen Träger, so dass jede Kita auch selbst für sich überlegen muss, wie einzelne Punkte umgesetzt werden. Oberstes Ziel muss immer sein, die Infektionsgefahr so gering wie möglich zu halten und Infektionsketten nachvollziehbar zu machen.

Zu den Hygienereglen gelten neben dem regelmässigen Händewaschen, das Abstandsgebot unter Kollegen und zu Eltern, häufiges Lüften, Mundschutz für Eltern und externe Besucher, sowie für unsere Mitarbeiter beim Kontakt mit Eltern oder Externen, sowie beim Wickeln oder der Essensausgabe.

Kleine Kinder brauchen oft Trost, Geborgenheit und auch mal die ein oder andere Umarmung. Wie geht ihr jetzt in dieser Zeit mit solchen Situationen um?

Selbstverständlich nehmen wir Corona sehr ernst, aber die Einhaltung der Abstandsregeln ist mit Kindern so natürlich nicht umsetzbar. Wir wollen den Kindern eine Umgebung bieten, in der sie keine Angst haben und in der Nähe und Berührungen natürlich sind. Gerade für die jüngeren Krippenkinder ist Körperkontakt immens wichtig. Umso wichtiger ist es, dass wirklich nur gesunde Kinder unsere Häuser besuchen. Hier haben wir aber vollstes Vertrauen in unsere Eltern!

Nachdem die Kinder 3 Monate Zuhause waren, haben viele Eltern nun Bedenken, dass ihr Kinder eine erneute Eingewöhnung brauchen, damit sie sich im KiTa-Alltag wieder zurecht finden. Habt ihr da schon Erfahrungen gemacht? Wie plant ihr das Problem zu lösen?

Natürlich haben wir uns im Vorfeld genau mit dieser Thematik auseinandergesetzt und ein entsprechendes Konzept entwickelt. So wie es momentan aussieht, brauchen wir dies allerdings gar nicht. Der „Wiedereinstieg“ der Kinder verlief sehr sehr gut. Der überwiegende Teil der Kinder ist am ersten Tag nach der längeren Pause fröhlich und mit einem Lächeln im Gesicht wieder in den Gruppenraum gelaufen. Das hat uns wieder mal gezeigt, wie wichtig für Kinder die Kontakte zu Gleichaltrigen sind und welch wertvolle Arbeit unsere Mitarbeiter leisten. Für Kinder, die erst kurz vor der Schließung ihre Eingewöhnung beendet haben oder denen der Abschied von den Eltern, nach einer Zeit des intensiven Kontaktes, etwas schwerer fällt, bieten wir selbstverständlich gute Lösungen zum Wohle des Kindes an. Das besprechen wir dann immer individuell.

Die Notfallbetreuung und die ersten Kinder, die diesen Herbst in die Schule kommen durften ja nun in Bayern schon wieder zurück in die KiTa. Wie war es für euch als Erzieher, eure Schützlinge nach so langer Zeit wiederzusehen?

Wir sind alle einfach nur super glücklich, dass so viele Kinder wieder kommen dürfen. Gerade für die Kinder, die dieses Jahr in die Schule gehen, ist es wichtig, dass sie eine Zeit des Abschieds haben – gleiches gilt natürlich auch für die Betreuer. Wir begleiten diese Kinder teilweise schon seit sechs Jahren und haben so eine intensive Bindung zu ihnen (und zu ihren Familien), dass es wichtig ist, gemeinsam die letzten Wochen im Kindergarten zu verbringen und somit diesen Lebensabschnitt quasi gemeinsam zu beenden.

Wie gehen die Rückkehrerkinder mit dem Thema Corona um? Merkt ihr, dass sie sich in bestimmter Weise anders verhalten?

Unsere Pädagogen besprechen mit den Kindern natürlich das Thema „Corona“ und gehen auf Fragen ein. Mit den Kindergartenkindern kann man das schon eher thematisieren, als mit den Krippenkindern. Im Großen und Ganzen fallen uns aber keine nennenswerten Verhaltensänderungen bei den Kindern auf.

Die KiTas dürfen nun schrittweise wieder öffnen, in allen Bundesländern stehen aber nun auch Sommerferien und damit auch wieder KiTa-Schließungen bevor. Empfindest du es als sinnvoll, nach der langen Corona-Zeit das Kind für eine befristete Zeit in die KiTa zu geben, nur damit es dann wieder für einige Wochen Zuhause sein muss?

Da wir keine Schließzeiten im Sommer haben, stellt sich für uns die Frage nicht. Grundsätzlich wäre es sicherlich eine Überlegung wert, eine geplante Sommerschließung doch nicht so durchzuführen – soweit das natürlich organisatorisch möglich ist. Die Kinder könnten dann einen schönen Kita-Sommer mit ihren Freunden verbringen und auch den Eltern wäre geholfen. Viele mussten ja während Corona ihre Arbeitszeit reduzieren und so könnte man im Sommer etwas „nacharbeiten“. Da müssen natürlich viele Standpunkte beachtet werden, so dass das jeder Träger, auch in Abstimmung mit seinem Personal, selbst entscheiden muss.

Wir freuen uns sehr, dass wir auch in Bayern ab dem 1.7. wieder alle Kinder in unseren Häusern begrüßen dürfen.

Vielen lieben Dank, liebe Susann, dass du dir Zeit genommen hast, unsere Fragen zu beantworten!

Wenn ihr mehr über Elly und Stoffl wissen wollt:
Website: https://www.ellyundstoffl.de/index.php
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Beitragsfoto: Cory Woodward auf Unsplash

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